„Anders streiten lernen“

Streitschlichtung an der Forstwaldschule nach dem

Bensberger Mediationsmodell

 

Liebe Eltern und Freunde der Forstwaldschule, liebe Kinder!

Wie Sie vielleicht von Ihren Kindern oder über die Presse erfahren haben, hat die Forstwaldschule im September 2019 das Gütesiegel des Bensberger Mediationsmodells (kurz: BMM) erhalten.

An dieser Stelle würde ich Ihnen das BMM gerne vorstellen und dessen Umsetzung an unserer Schule erläutern.

Das BMM ist ein Modell, das den Kindern Übungsbausteine und ritualisierte Sprachmuster anbietet, um Konflikte zunehmend selbstständig lösen zu lernen. Es entspricht damit einem wichtigen Erziehungs- und Bildungsauftrag von Schule und hat eine erhebliche Bedeutung für die Sozialkompetenz der Schulkinder. Die Kinder lernen, ihren eigenen Streitanteil zu benennen, zu sagen, worüber sie sich geärgert haben, wie sie sich fühlen und zuletzt, was sie sich von ihrem Streitgegner wünschen und selbst bereit sind, für das Lösen des Konfliktes zu tun. Das Modell wurde Mitte der 1990er Jahre von einem Team der Thomas Morus Akademie Köln-Bensberg entwickelt, laufend aktualisiert und wissenschaftlich evaluiert. Es wird seitdem in vielen Grundschulen erfolgreich gelehrt und gelebt.

Im BMM gibt es zwei grundlegende Schwerpunkte, die Prävention und die Intervention. Der Themenbereich Gewaltprävention wird von mir im Unterricht behandelt. Die Kinder werden mit dem Training „Anders streiten“ auf das Lösen von realen Konfliktsituationen im Schulalltag vorbereitet. Der Bereich der Intervention (realer Konflikt) beinhaltet die Möglichkeiten, durch die sogenannte „Erst-Hilfe im Streit“ durch Streithelfer oder in Eigenregie, mit dem sogenannten „kleinen Hosentaschenbuch“, einen Streit zu lösen. Bei schwierigen und langanhaltenden Konflikten führe ich mit den Kindern ein umfassendes Konfliktgespräch bis hin zum Verfassen eines Friedensvertrages, der auch regelmäßig überprüft wird.

 

Wieso das BMM?

Aufgrund der zunehmenden Streitigkeiten und Konflikte im Schulbetrieb suchte das Kollegium nach einem qualifizierten Konzept zur Gewaltprävention und –intervention. Das Bensberger- Modell sprach alle an und ich konnte mich in 5 Ausbildungsmodulen umfassend ausbilden lassen.

Das gesamte Kollegium der Forstwaldschule, sowie einige Fachkräfte aus der OGS, besuchten zwei ganztägige schulinterne Lehrerfortbildungen zum BMM.

 

Die Implementierung der Ausbildungsinhalte an der Forstwaldschule

Die Ausbildungsinhalte wurden an alle MitarbeiterInnen der Schule vermittelt und in den Schulalltag implementiert. Dies erfolgte folgendermaßen:

Ich erhielt nach jedem Modul die Gelegenheit, während einer Konferenz über die Ausbildungsinhalte zu berichten und das Kollegium über neue erworbene Kenntnisse zu informieren.

Ferner stellte ich das BMM den Eltern in der Schulkonferenz vor.

Die KlassenlehrerInnen stellten das BMM während der Klassenpflegschaftssitzungen vor.

Das Kollegium setzt das Procedere der Streitschlichtung während jeder Pausenaufsicht ein.

Außerdem werden reihum die Grundlagen der Streitprävention in einer festen Streitschlichterstunde in jeder Klasse vermittelt.

 

         Resümee

Mit dem Einzug des BMM hat sich der Umgang mit Konflikten und Streit an der Forstwaldschule geändert. Natürlich sind nicht alle Probleme behoben, aber die Kinder beginnen umzudenken und anders mit Konflikten umzugehen. Die Streitschlichtungs-stunden, die regelmäßig in einer Klasse stattfinden, sind jedes Mal erfreulich und werden von den Kindern sehr positiv aufgenommen. Auch sozial schwache oder schwierige Kinder sind in der Regel bemüht, sich wohlwollend einzubringen. Es ist zu beobachten, dass gerade diese Kinder oft schon auf dem Schulhof selbstständig versuchen, ihre Streitanteile aufzufinden, Lösungsvorschläge zu machen und somit zum schnellen Ende eines Konfliktes beitragen. Die Unterrichtsstörungen, die unabhängig von Streitereien erfolgen, müssen separat betrachtet werden, können aber durch das Training des Sozialverhaltens und der Konfliktfähigkeit zumindest teilweise gemindert werden.

Es sind noch einige Dinge zu tun. Aber das positiv gestimmte Kollegium sowie die motivierten Kinder geben Anlass, weiter am BMM zu arbeiten und den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen.

Das Ziel ist es, den Kindern eine gute Grundlage für die Zukunft mitzugeben und Konflikte nicht im Gegen- sondern im Miteinander zu lösen.

 

Verfasst von Nicole Frank

 

 

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